Zimmermanns Zauberteppiche

Die Firma Sunkid GmbH ist Weltmarktführer im Bereich Förderbänder

Die Sunkid -"Zauberteppiche" aus Jerzens sind der Knüller in den internationalen Skigebieten. Die Sunkid GmbH hat 85 % Marktanteil weltweit bei Förderbandaufstiegshilfen.

Delegationen aus aller Welt besuchen zur Zeit den Pitztaler Gletscher, Schruns und Serfaus. Das Interesse gilt dabei der Erlebniswelt Pitztaler Gletscher, dem Dreamland in Schruns auf dem Hochjoch sowie im Familienskigebiet Komperdell. Dort, unterhalb des Panoramarestaurants Komperdell, wurde ein 20.000 Quadratmeter großes "Kinderland" realisiert. Darin gibt es Förderbänder, Sitzfiguren, Strandkörbe, Skikarussell, Abenteuerturm, Kinderbetreuung in der Kinderschneealm und Kinderhort, die sich nicht entscheiden können, ob sie lieber spielen oder Schilaufen wollen. In Serfaus wird dieses Prinzip "sanfte Geburt" für Schikinder genannt. Die Sunkid GmbH mit Sitz in Jerzens lieferte dazu Hardware, nämlich sechs unterschiedlich lange Förderbänder und die Sitzfiguren. Für Dieter Zimmermann ist das Kinderland Serfaus, das Dreamland in Schruns und die Erlebniswelt auf dem Pitztaler Gletscher die konsequente Umsetzung einer Philosophie. Einer Philosophie, auf die der Vertrieb der Förderbänder der Firma Sunkid GmbH aufbaut.

Dieter Zimmermann ist selbst ausgebildeter Skilehrer und meint: Kinder dürfen nicht zum Skifahren "vergewaltigt" werden. Sie sollen es spielerisch lernen. Die Infrastruktur darf dabei nicht bloß Alibi sein, es muss ein Konzept dahinterstehen. Zimmermann ist überzeugt: "Mit einem durchdachtem Konzept kann man auch Gäste locken, die sich nicht für das Schifahren interessieren." Die Förderbänder, die wie eine Rolltreppe ohne Stufen auf Schnee funktionieren, können Nichtskifahrer, ältere und behinderte Personen problemlos benützen. Die Aufstiegshilfen ermöglich nämlich auch andere Wintersportvergnügen, wie Snowtubing (mit Reifen geht es den Hang hinunter), Snowrafting (dasselbe mit dem Schlauchboot) oder Rodeln.

Dieter Zimmermann, dem Jerzens längst zur Wahlheimat wurde, kommt aus Deutschland und sammelte dort Erfahrung u. a. in der Wehrtechnik (Hubschrauber und Raumfahrttechnik), 1996 , gab Hansjörg Wohlfahrter von den Hochzeiger Bergbahnen die Startzündung: "Moagsch nit amol an gscheiten Lift für Kinder bauen?" fragte der Bergbahnchef den Wahltiroler. Diese Aufforderung mündete in einen Betrieb, der rund 50 Arbeitsplätze mit S 40 Millionen Jahresumsatz in Jerzens sichert.

Das erste Förderband testete der in der Nähe von Stuttgart Geborene bei widrigsten Wetterverhältnissen drei Monate lang am Kaunertaler Gletscher. In der Wintersaison 97/98 gingen bereits die ersten 14 Anlagen in Österreich in Probebetrieb. Heute sind allein in den österreichischen Skigebieten 95 Sunkid - "Zauberteppiche" in Betrieb. Geplantes Verkaufsziel für die nächsten drei Jahre: 1.150 Anlagen. Ein Meter Förderband kostet je nach Ausstattung (modulare Bauweise) zwischen S 8.000,- und 13.000,-. Echte technische Attraktionen aus dem Hause Sunkid sind das 60 Meter lange Förderband auf der Katschberghöhe, das auf einer Brücke montiert wurde, zwei Skigebiete und die Bundesländer Salzburg und Kärnten miteinander verbindet, weiters ein 120 Meter langes Förderband in Breckenridge, USA, ein 89-Meter-Band in Wengen, Schweiz, ein 60 Meter-Förderband in China in einer Seehöhe von 4.500 Metern und ein 51 Meter langes Förderband in Südkorea.

Gemeinsam mit Doppelmayr hat Sunkid zudem ein neues, hydraulisch anhebbares Einstiegsförderband entwickelt. Die Einstiegsförderbänder sind das zweite Standbein der Sunkid GmbH und sollen im Zukunft u. a. über alle großen Seilbahnherstellervertrieben werden.

Durch die wirtschaftliche "Vernunftehe" mit der Salzburger Brückschlögl GmbH (renommierter Hersteller von Kleinliftanlagen) hat das Pitztaler Unternehmen seit Februar 1999 seine Position als Weltmarktführer weiter ausgebaut. Die im ersten Stock eines Souvenirladens im Ortskern von Jerzens ansässige SundKid Zentrale hat jetzt 85 % Marktanteil weltweit bei Förderbandaufstiegshilfen (mehr als 300 installierte Anlagen, von den USA, Neuseeland, Japan bis China in den letzten beiden Jahren). In den USA betreibt die Sunkid GmbH zwei eigene Niederlassungen. Stärker als bisher möchte Dieter Zimmermann jetzt die Märkte Italien, Frankreich, Schweiz, USA, Japan und China bearbeiten. Bemerkenswert ist, dass der Export für das "Made-in-Austria-Produkt" bereits über 50 % beträgt.

1999-03-01

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